Jin Haritaworn: Queering Quarantine: Pandemie, Polizeigewalt und die Transformation der Sicherheit

Online-Vortrag in der Reihe Gender Talks, moderiert von Sushila Mesquita (Referat Genderforschung).  

Termin: 18. März 2021, 18 Uhr 

Foto: Haritaworn

Jin Haritaworn, Associate Professor für Race, Gender und Environment an der kanadischen Universität York, verortet sich in der Tradition einer aktivistischen Wissenschaft im Dienst sozialer Bewegungen (Foto: Haritaworn).

Die Corona-Krise dient als Realitätscheck für die Existenz älterer Krisen, welche im Diversitätsregime des neoliberalen Multikulturalismus kaum als solche benennbar waren. Sie hält das Vergrößerungsglas auf die Bio- und Nekropolitik von Institutionen, deren hegemonische Rolle in der Regelung des modernen Lebens - vom racial profiling bis hin zur medizinischen Hygiene - momentan entfremdet erscheint. Mein Vortrag untersucht diesen Scheidemoment im Gespräch mit Menschen in Berlin, die auf der Intersektion von Corona, Rassismus und Queerphobie emergente Theorien betreiben. Die Marvellous Grounds (Haritaworn et al. 2018 a, b), die in den Momentaufnahmen der von mir interviewten Schwarzen Menschen, Menschen of Colour, Migrant:innen und Queer- und Transmenschen skizziert werden, lassen neben der Zuspitzung der Verhältnisse auch utopische Möglichkeiten in den Vordergrund rücken - und neue Welten erahnen. 

  • Haritaworn, Jin, Moussa, Ghaida und Ware, Syrus Marcus (2018a), Marvellous Grounds, Toronto: Between The Lines.
  • Haritaworn, Jin, Moussa, Ghaida und Ware, Syrus Marcus (2018b), Queering Urban Justice: Queer of Colour Formations in Toronto, Toronto: University of Toronto Press.

Prof. Dr. Jin Haritaworn ist Associate Professor für Gender, Race and Environment an der York University in Toronto, Kanada. 

Jin verortet sich in der Tradition einer aktivistischen Wissenschaft, die versucht, im Dienste sozialer Bewegungen zu stehen. Zu Haritaworns Veröffentlichungen gehören Monographien (u.a. Queer Lovers and Hateful Others: Regenerating Violent Times and Places), zahlreiche Artikel (in Zeitschriften wie GLQ, Sexualities, sub\urban, Society&Space und Topia) und mehrere kollaborative Sammelbänder (darunter Queer Necropolitics, Queering Urban Justice und Marvellous Grounds). Jin hat auf beiden Seiten des Atlantiks in diversen Feldern grundlegende Beiträge geleistet, darunter in Gender-, Sexualitäts- und Transgender-Studien, Critical Race/Ethnic Studies und Stadtforschung, und hat verschiedene Konzepte und Debatten mitgeprägt, u.a. Intersektionalität, transnationale und postkoloniale Sexualitäten, Gentrifizierung, Queer Space, Kriminalisierung, Homonationalismus und Queer-of-Colour-Kritik und -Archive.