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Mary Wollstonecraft (von Arevik Movsisyan)

Mary Wollstonecraft wurde als zweites von sechs Kindern des Webers und Landwirtes Edward John Wollstonecraft und seiner Ehefrau Elizabeth Dickson geboren. Seit frühester Kindheit zog die Familie immer wieder um. Länger als sechs bis sieben Jahre blieben sie nie an einem Ort. Deshalb war Wollstonecrafts Schulbildung eigentlich nicht besonders gut. Doch ihr ganzes Leben war sie bestrebt zu lernen; ein großes Lebensziel von ihr war unter anderem die gleichberechtigte Schulbildung für Mädchen. Darum gründete sie zusammen mit ihren Schwestern eine private Schule in London und unterrichtete dort bis 1786. Für Wollstonecraft war es sehr wichtig, dass jede Frau eine Ausbildung hatte. Auf dieser Weise konnten die Frauen für ihre Rechte kämpfen. Die kluge Frau ist auch in der Familie sehr wichtig, wichtig für die Kinder. Die gebildeten Frauen sind auch sehr wichtig nicht nur für die Familie, sondern auch für Gesellschaft. Sie meinte, dass jede Frau unabhängig von Männern sein sollte. Sie war die größte Frauenrechtlerin und Frauenkämpferin. Aber außer ihren Gedanken, hatte sie keine gute Lebensweise. Alle ihre Probleme kamen aus der Kindheit. Sie hatte keine glückliche Kindheit, darum wurde sie so aggressiv gegenüber Männern. Vielleicht hatte sie auch Probleme mit ihrem Vater. Ende Januar 1786 kehrte sie nach London zurück, denn ihre Schwestern hatten aus Unfähigkeit die Schule in den Ruin getrieben. Um die Schulden zu bezahlen, nahm Wollstonecraft eine Stelle als Gouvernante in Irland an.1787 wurde sie gekündigt. Da sie aber zu dieser Zeit gerade ihren ersten Roman Mary veröffentlichte, konnte sie sich sogar eine eigene kleine Wohnung in London leisten. Über ihren Verleger Joseph Johnson, lernte sie im Herbst 1790 den Schweizer Maler und Schriftsteller Johann Heinrich Füssli kennen. Er wurde ihre erste unglückliche Liebe, da er bereits verheiratet war. Bis an ihr Lebensende war es ihr nicht möglich einen Mann zu finden mit dem sie glücklich leben konnte. Wollstonecraft hatte sich vorgenommen, nie zu heiraten. Mit 28 schrieb sie ihren ersten Roman, Mary, und ging nach London, um Schriftstellerin zu werden.

Sie war unabhängig, klug und selbständig darum keiner Mann konnte nicht länger als einige Jahre mit ihr leben. In Frankreich schrieb Wollstonecraft auch ihr bekanntestes Werk, A vindication of the rights of woman /Verteidigung der Rechte der Frau ist das Hauptwerk der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft. Es erschien im Jahre 1792 und gilt als eine der ersten europäischen Schriften des Feminismus. Das Werk widmete sie dem damaligen französischen Konvent Abgeordneten und späterem Außenminister Charles Maurice de Talleyrand, von dem sie sich einen Einsatz für die Rechte der Frauen erhoffte. Sie glaubte an die aufklärerische Wirkung der Erziehung. Radikal war die Forderung, dass der Staat die Frauen bilden müsse. Sie wären dann nicht nur bessere Frauen und Mütter, sondern auch bessere Bürgerinnen.

In ihrem Werk nahm Mary Wollstonecraft zu den Erziehungs- und Politiktheorien in der Aufklärung Stellung. Diese wollten den Frauen eine Erziehung und Ausbildung weitestgehend verweigern. Mary Wollstonecraft argumentierte, dass Frauen gleichermaßen ein Recht auf Bildung besäßen. Dies sei notwendig, weil sie unter anderem Kinder erzögen und weil sie Partner ihrer Ehemänner und nicht nur Gattinnen sein sollten. In Paris entwickelte Wollstonecraft mit den Girondisten einen Volkserziehungsplan und verliebte sich in einen amerikanischen Geschäftsmann, Gilbert Imlay, der sie nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Fanny sitzenließ. Wollstonecraft beging zwei Selbstmordversuche - danach fing für sie ein hoffnungsvollerer Lebensabschnitt an. Mit 37 lernte sie den Philosophen und Schriftsteller William Godwin kennen. Trotz ihrer Prinzipien heiratete das aufsehenerregende Paar im März 1797, als Wollstonecraft längst schwanger war. Sie versuchten, eine gleichberechtigte Ehe zu führen.

Nach Wollstonecrafts Tod adoptierte Godwin Fanny Imlay, schrieb Marys Biographie (1798) und gab ihren Nachlass heraus. Damit hat er ihrem Ruf nur geschadet. Die nächste Generation englischer Frauen war nicht bereit, einer »Gottlosen« zu folgen. Mit ihrem Verlangen nach Erfüllung in jeder Liebesbeziehung und mit ihrer klaren Forderung nach radikaler Demokratie und Frauenemanzipation, sogar im ökonomischen Bereich, war sie ihrer Zeit eben weit voraus. Aus Prinzip wollte sie nur eine Hebamme bei sich haben, als sie am 30. August 1797 ihre zweite Tochter (Mary Wollstonecraft Shelley) zur Welt brachte. Es liegt eine schreckliche Ironie darin, dass doch ein Arzt gerufen wurde. Es heißt, er habe die Nachgeburt mit seinen ungewaschenen Händen Stück für Stück herausgezogen. Elf Tage später starb Wollstonecraft am Kindbettfieber.

Quellen:

  • Flexner, Eleanor: Mary Wollstonecraft. A Biography. New York: Coward, 1972.
  • Gibbels, Elisabeth: Mary Wollstonecraft zwischen Feminismus und Opportunismus, Narr, 2004. 
  • Claudia Johnson (Hg.), The Cambridge companion to Mary Wollstonecraft , Cambridge (u.a.), 2002.
  • Salma Maoulidi, Mary Wollstonecraft: challenges of race and class in feminist discourse, in: Women´s Studies Quarterly, 35/2007, Nr. 3&4, New York 2007, S. 280-286.
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