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Maria Lassnig (von Theresa Ganotz)

Anmerkung der Autorin

Bei der nachfolgenden Biografie handelt es sich, wie auch bei allen anderen und insbesondere jenen, auf denen sich diese hier bezieht, um eine Narration und subjektive Auswahl der Autorin von bedeutenden Stationen im Lebenslauf. Trotz des Versuches ein möglichst umfangreiches Bild der Künstlerin zu präsentieren, kann diese Biografie wiederum nur einen beschränkten Ausschnitt aus dem Leben der Maria Lassnig bieten.

Biografie

Maria Lassnig wurde am 08. September 1919 in Kappel am Krappfeld in Kärnten geboren. Sie wächst zunächst in einem Bauernhaus bei den Großeltern auf und übersiedelt dann mit ihrer Mutter 1925 nach Klagenfurt. Nach der Matura und einer Ausbildung zur Volksschullehrerin geht sie 1941 nach Wien, um dort an der Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse von Wilhelm Dachauer zu studieren. In den meisten Biografien über Lassnig findet sich folgende Schilderung bzw. Anekdote über ihren Rauswurf von der Akademie zwei Jahre nach ihrem Studienbeginn: "Dachauer wirft sie hinaus, denn er hält ihre Kunst für entartet!"

Daraufhin eröffnet sie ein Atelier in Klagenfurt, was schon bald zum Treffpunkt für Künstler*innen und Intellektuelle wird. Anfang der 1950er Jahre kehrt sie zurück nach Wien. Ein Stipendium ermöglicht ihr eine erste Parisreise, zusammen mit Arnulf Rainer. Von dort bringen sie die informelle Kunst nach Österreich, organisieren eine erste Ausstellung. 1961 zieht sie ganz nach Paris. Nach sieben Jahren in Paris beschließt sie nach New York zu übersiedeln und lebt schließlich insgesamt zwölf Jahre dort. 1980 repräsentiert sie gemeinsam mit VALIE EXPORT Österreich auf der Biennale von Venedig. Im selben Jahr wird Lassnig der Lehrstuhl an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien angeboten, sie ist somit die erste Professorin für Malerei an einer Akademie im deutschsprachigen Raum und kehrt somit nach ihren langjährigen Auslandsaufenthalten wieder nach Österreich zurück.

In den bestehenden Biografien zu Lassnig wird vor allem auf ein prägendes Ereignis ihres Lebens im Jahr 1964 hingewiesen. In diesem Jahr stirbt Lassnigs Mutter und die Künstlerin - so wird es erzählt - erfährt einen psychischen Zusammenbruch. Auch wenn die näheren Umstände der Autorin nicht bekannt sind, soll es an dieser Stelle dennoch erwähnt werden, da insbesondere bei Lassnigs Werken oftmals stark autobiografisch Tendenzen im Mittelpunkt stehen und nach dem Tod ihrer Mutter Todes- und Schmerzdarstellungen zentrale Themen in ihrem Werk werden und somit auch ihre künstlerische Entwicklung (mit)beinflussten.

Das zentrale Thema ihrer Kunst ist der Körper und Lassnig prägt den Begriff „Körperbewusstseinsmalerei" für Selbstbildnisse, Porträts und Stillleben, in denen sie körperliche Empfindungen zum Ausdruck bringt. In ihrer Meisterklasse richtet sie auch einen Zeichentrickkurs ein.
In dem achtminütigen, autobiographischen Film „Maria Lassnig Kantate" von 1992 beschreibt Lassnig in 14 Strophen ihr Leben (Text, Idee, Gesang, Zeichnung und Animation stammen von ihr), der Refrain lautet: „Es ist die Kunst jaja, die macht mich immer jünger, sie macht den Geist erst hungrig und dann satt." Die Republik Österreich verleiht ihr den Großen Österreichischen Staatspreis sowie das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Im Rahmen der 55. Biennale 2013 in Venedig, wird ihr der Goldene Löwe für ihr Lebenswerk verliehen.

Maria Lassnig starb im Alter von 94 Jahren am 06. Mai 2014 in Wien.

Quellen:

  • FemBio, Frauenbiografieforschung: Maria Lassnig. Online unter: www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/maria-lassnig
  • Murken, Christian (1990): Maria Lassnig. Ihr Leben und ihr malerisches Werk; Ihre kunstgeschichtliche Stellung in der Malerei des 20. Jahrhunderts. Herzogenrath: Murken-Altrogge.
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