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Ana Mendieta (von Sophie Wendschuh)

Ana Mendieta wurde 1948 in Kuba geboren und mit 12 Jahren, als ihr Vater sich von Fidel Castro distanzierte, zu ihrer Sicherheit zusammen mit ihrer Schwester in die USA geschickt. Sie ist für ihr reichhaltiges künstlerisches Werk sowie ihren mysteriösen Tod bekannt.

Mendieta erkundete durch ihr künstlerisches Schaffen ihre Herkunft und Identität. Sie beschäftigte sich viel mit ihrem Körper in Verbindung mit Erde und Natur, wobei sie diese Themen mittels verschiedenster Medien und Kunstformen, wie Land- und Bodyart, Performance, Bildhauerei, Photographie, etc, bearbeitete. Mit der sogenannten zweiten Welle des Feminismus beanspruchten Künstlerinnen zunehmend den weiblichen Körper sowie Köperflüssigkeiten, insbesondere Blut, für sich und fingen damit an den weiblichen Körper in der Kunst neu zu definieren. Ihr Umgang mit den verschiedensten Materialien war nicht nur für die 70ger und 80ger Jahre charakteristisch sondern prägt die Kunstwelt bis heute. Aber nicht nur aufgrund der von ihr verwendeten Materialien, sondern auch durch die Themen, die sie bearbeitete, ist sie nicht aus der feministischen Kunst wegzudenken. So zeichnete sich ihre erste Einzelausstellung 1971 durch mehrere Performances über weibliche Sexualität und sexuelle Gewalt durch Männer, sowie verschiedene Kommentare zu Gender, Zugehörigkeit und Schönheitsideale aus.

Als ein Beispiel für Mendieta's feministisches Anliegen könnte man, wie Erin Dziedzic, den Super 8 Kurzfilm "Untitled (Body Tracks)", 1974, sehen. Das etwa einminütige Video zeigt Mendieta, wie sie mit blutbeschmierten Händen und Unterarmen vor einer Wand auf die Knie sinkt und dabei mit den Händen zwei blutige Spuren hinterlässt die sich nach unten hin aneinander annähern. Am Ende des Films dreht sie sich um und blickt kurz in die Kamera, sieht also sozusagen die ZuschauerInnen direkt an, und verlässt die Szene. Dieses Video kann als Gegenstück zu Yves Klein's "Anthropometries" angesehen werden. Darin malte er unteranderem Bilder in dem er blau angemalte Frauen instruierte sich auf dem Maluntergrund zu bewegen, oder zog sie selbst über die Fläche. Mendieta hingegen bewegt ihren Körper selbst und entscheidet darüber, wie ihr Körper gesehen wird. Außerdem fechtet sie mit ihrem direkten Blick in die Kamera den oft auf Frauen angewendeten "männlichen Blick" an. (Dziedzic)

Im September 1985 stürzte sie unter ungeklärten Umstünden aus ihrer Wohnung im 34. Stock, wo sie mit ihrem Partner Carl Andre wohnte. Dieser wurde zwar des Mordes an ihr angeklagt, allerdings konnte die Tat nie bewiesen werden. Auch die Möglichkeiten eines Suizids oder Unfalls konnten nie belegt werden. Als das New Yorker Guggenheim Museum 1992 eine neue Galerie in SoHo eröffnete, protestierten etwa 500 Personen mit der Frage „Where is Ana Mendieta?". Mit dieser Frage wurde die stark männlich dominierte Kunstwelt kritisiert Mendietas Werk nicht angemessen zu würdigen, besonders da man zwar nicht sie, aber Andre, den viele immer noch für ihren Tod verantwortlich machten, in der Ausstellung inkludierte.

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