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Ada Lovelace (von Jasmin Rückert)

Ada Lovelace (*1815) wurde geboren im kolonialen, kürzlich vereinten britischen Königreich, zur Zeit  der beginnenden Industrialisierung. Über ihre Bildung wachten Mutter Annabella Milbanke und Großmutter Judith Millbank. Während der berühmte Vater immer abwesend war, soll die alleinerziehende Annabelle ihrer Tochter die Liebe zur Mathematik weitergegeben haben. Die junge Ada studierte die Erfindungen ihrer Zeit und versuchte, sie nachzubauen. Als Jugendliche, heisst es, baute sie sich "nach dem Modell einer toten Krähe" Flügel.1 Ada war oft krank und verbrachte, gezwungenermassen, viel Zeit mit ihrem Studium, das erst später zu einer Leidenschaft wurde. Ihre Mentorin war Mary Sommerville, Astronomin, Mathematikerin und Autodidaktin, eine der beiden ersten Frauen in der Royal Astronomical Society und Autorin zahlreicher Schriften. Mary wusste gut, was es heisst immer wieder die „einzige Frau" zu sein.

Eine frühe Heirat ebnete Ada den Weg in die Selbstständigkeit. "Lady Ada King" bestand darauf, entgegen der Konvention, ihre Finanzen selbst zu verwalten. Ihr Reichtum eröffnete ihr Türen, die anderen verschlossen blieben. Aber im neunzehnten Jahrhundert stand Ada keine universitäre Ausbildung offen, brieflich suchte sie nach Lehrern – und wurde abgelehnt.

Dennoch: Sie befreundete Wissenschaftler_innen, auch diesen einen Mathematikprofessor, der an der Erfindung einer Rechenmaschine arbeitete. Mit ihm unterhielt sie regen Briefkontakt und für ihn übersetzte einen mathematischen Aufsatz aus dem französischen. Ada zeigte der Welt, was im Übesetzen gewonnen werden kann und nahm die ihr zugewiesene Kommentarfunktion einer Übersetzung als Ausgangsbasis um eigene Gedanken zu formulieren. Die "Zauberin der Zahlen" erkannte das Potential einer noch nicht geschaffenen Maschine, die rechnen kann, ohne dass eine "Menschenhand zuvor die Antworten bereitstellte". Unbegrenzte Möglichkeiten sah sie in einem solchen Mechanismus "In enabling mechanism to combine together general symbols in successions of unlimited variety and extent a uniting link is established between the operations of matter and the abstract mental processes of the most abstract branch of mathematical science." Aus Randnotitzen, dreimal länger als der originale Text, wird eine Vision. In den 1940ern werden ihre "Notitzen" wieder entdeckt und inspirieren zum Bau erster Computer. Heute ist eine Programmiersprache nach ihr benannt: Ada.

Es scheint, als habe Ada soweit ihre Möglichkeiten dies zuliessen, ein selbstbestimmtes Leben geführt, und als ob Wissenschaft ein Teil dieser Selbstbestimmung war. Darüber hinaus soll Ada manche Affären geführt, und andere verweigert haben. Zum Schrecken ihrer Verwandschaft wurde sie Atheistin. Ihr wird ein wildes Leben nachgesagt, dass sie genoss, wann-immer ihr Körper es erlaubte. Gegen die Schmerzen einer schlimmer werdenden Krebserkrankung versorgte sie sich mit Opium. Spätere Biographen nehmen dies zum Anlass, ihr Vernunft abzusprechen.2 Im Alter von 36 Jahren starb Ada, unkonvertiert, in Anwesenheit ihrer Mutter. In Großbrittanien erinnert mensch sich ihrer am 16ten Oktober, dem Ada Lovelace Day.

Quellen:

Endnoten

(1) www.zeit.de/2014/05/ada-lovelace-programmiererin

(2) Essinger 2014:16

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