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3. Ringvorlesung: Gender, Generation und Reproduktionstechnologien (2004/05)

GENDERED SUBJECTS III: 3. Ringvorlesung im Rahmen des Basismoduls zum interfakultären Studienschwerpunkt Gender Studies in Kooperation mit den Genderkolleg der Universität Wien

Konzept und Koordination: Marlen Bidwell-Steiner

Diese Vorlesungsreihe zum Thema "Gender & Generation"
fokussierte auf den Zusammenhang von Gentechnik und Reproduktionstechnologie und deren Implikationen für Machtrelationen zwischen den Geschlechtern. Die im feministischen Diskurs extrem polarisierte Debatte über Biotechnologien sollten dabei in drei Dimensionen
gefasst werden:

Subjekt- und Körperkonstruktionen:

Welche Rolle spielt das Postulat feministischer Selbstbestimmung, wenn die Kontrolle über Reproduktion ExpertInnen obliegt? Inwiefern zementieren Techniken wie In-Vitro-Befruchtung erneut die Gleichsetzung weiblicher Identität mit Mutterschaft? Eröffnet die Verschiebung der Grenzen von Natur und Technik emanzipatorisches Potenzial?

Die "Genderedness" von Technik:

Welche Geschlechterkonzepte stehen hinter den scheinbar neutralen technischen Möglichkeiten und wie spiegeln sie sich in technikoptimistischen bzw. technikpessimistischen Diskussionsbeiträgen? Welche Narrationen patriarchaler (All-) Machtphantasien kehren in neuer Technik-Gestalt wieder?

Fragen feministischer Ethik:

Welche neuen Ein- und Ausschlüsse produziert die Partizipationsmöglichkeit an den neuen Technologien? Wie wirkt sich das auf das Zusammenspiel von "race, class and gender" aus? Führt die pränatale Diagnostik zu einer neuen Eugenik, die etwa in Bezug auf das Geschlecht den "heterozygoten Minus-Mutanten Mann" (Cramer 1993) selektiert? Welche Rechte haben Leihmütter und Samenspender?

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