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GENDER TALKS: Karen Barad (19.04.2012)

Das Referat Genderforschung, das Gender Initiativ Kolleg (GiK), das Institut für Wissenschaftsforschung und die Fakultät für Physik der Universität Wien luden am Donnerstag, den 19. April 2012 in der Reihe GENDER TALKS zum Vortrag von Karen Barad .

Video: Zum Webstream des Vortrags "Science, Justice, Feminism. A Constructive Conversation"

PressemeldungenZum Interview mit Karen Barad in Der Standard (09.05.2012)

Passion und Profession: Feminist Science Studies

Karen Barad ist Professorin für Feministische Studien, Philosophie und Geistesgeschichte an der Universität von Kalifornien Santa Cruz (UCSC). Die promovierte Physikerin ist Autorin von „Meeting the Universe Halfway: Quantum Physics and the Entanglement of Matter and Meaning“ (Duke University Press, 2007) sowie zahlreicher Aufsätze in Physik, Philosophie, Wissenschaftsforschung, poststrukturalistischer und feministischer Theorie; ihr Essay "Agentieller Realismus" liegt seit März 2012 zudem erstmals auch in deutscher Übersetzung vor (Suhrkamp). Karen Barad ist zudem Co-Leiterin des von ihr mitbegründeten und von der National Science Foundation finanzierten Graduiertenprogramm „Ethics and Justice in Science and Engineering Training Program“ an der UCSC. Der Vortrag am 19. April ist eine seltene Gelegenheit, die engagierte Physikerin und feministische Wissenschafterin in Österreich zu hören, für die "Wissenschaft zu betreiben und über Wissenschaft nachzudenken" immer Teil einer gemeinsamen Praxis sind.

Agentieller Realismus

In der der Scientific Community machte sich Barad mit dem agential realism (Agentieller Realismus) einen Namen. Eine Methodologie, die nicht nur die Grenzen von Meta/Physik und Philosophie verwischt, sondern die Fragen nach Transdisziplinarität und dem konstitutiven Verhältnis von Subjekten und Objekten des Wissens neu stellt. Das Schlüsselkonzept des agential realism ist das der intra-action: ein Neologismus, den Barad in Abgrenzung zum Begriff der Interaktion einführt, um die wechselseitig verschränkte Konstituierung zu markieren, die Phänomene untrennbar mit deren Produktionsprozess verbindet: Abgegrenzte Entitäten gehen in dieser Konzeption niemals per se dieser intra-action voran, sondern Phänomene konstituieren sich erst daraus.

Aufbrechen von Dualismen

Mit dem Aufbrechen von Dualismen wie menschlich/nicht-menschlich, Geist/Materie oder Natur/Kultur ist Karen Barad vor allem für interdisziplinäre Ansätze der Feminist Science Studies interessant, in deren langer Tradition sie sich verortet. Wie die Wissenschafterin in der Zeitschrift „Social Studies of Science“ darlegte, bietet ihr onto-epistemologisches Rahmenwerk „eine Möglichkeit ‚die Natur‘ und ‚das Soziale‘ zusammen zu denken, die sich der Welt gegenüber offen und verantwortungsvoll zeigt“.

Workshop

Am Vortag, dem 18.04.2012, stand Karen Barad zusätzlich für Workshop an der Universität Wien zur Verfügung, bei dem Graduierende und Graduierte aus den Gender Studies, der Physik, der Soziologie, der Informatik sowie der Wissenschaftsforschung und Philosophie die Gelegenheit hatten, ihre aktuellen Forschungen mit Karen Barad zu diskutieren. 

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

 

       

  

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