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Hypatia von Alexandria (von Lydia Simma)

Hypatia von Alexandria (ca. 355-415) war eine bedeutende griechische spätantike Mathematikerin, Astronomin und Philosophin, die im vierten Jahrhundert nach Christus lebte. 

Da Hypatias Werke nicht erhalten geblieben sind, können lediglich durch einige Quellentexte Rückschlüsse auf ihr Leben und ihre Leistungen gezogen werden. Ich habe mich dabei mit verschiedenen Autoren beschäftigt, die immer wieder betonen, dass es sich um Wahrscheinlichkeiten handle, da sich die unterschiedlichen Quellentexte, die meist auf Altgriechisch verfasst sind, teilweise widersprechen. Die Autoren waren sich z.B. uneinig über die Frage, ob Hypatia verheiratet war oder nicht, da dies in den Quellentexten nicht explizit erwähnt wurde, sondern lediglich Interpretationen und Vermutungen sind, die aus Hypatias Lebensweise geschlossen wurden. Deshalb muss die generelle Gültigkeit dieser Quellen und somit auch der folgenden Kurzbiographie unter einem kritischen Blickwinkel betrachtet werden.

Hypatia war eine bekannte Persönlichkeit, die als intelligent und selbstbewusst galt. Sie nahm am öffentlichen Leben teil, was zur damaligen Zeit eine große Besonderheit darstellte, denn das antike Weiblichkeitsideal erwartete von Frauen Zurückgezogenheit und Bescheidenheit. Frauen hielten sich somit jenseits der Öffentlichkeit, in der Familie auf. Bildungseinrichtungen blieben Frauen - im Gegensatz zu Männern - verwehrt. Oft war der Unterricht durch Väter oder Ehemänner die einzige Möglichkeit für Frauen der Antike, überhaupt an Bildung zu gelangen. So hatte Hypatia das Glück, durch ihren Vater, der griechischer Mathematiker, Astronom und Philosoph war, eine sorgfältige Ausbildung zu erlangen.

In den Quellentexten wird beschrieben, dass Hypatia alle Philosophen ihrer Zeit und sogar den Vater an Talent übertraf. Sie wurde bald Lehrerin der Philosophie an der platonischen Schule in Alexandrien. Es wird ersichtlich, dass Hypatia auffallend positiv dargestellt wird und ihre Leistungen, ihre Intelligenz und ihr Ansehen hervorgehoben werden.

Ihre Leistungen umfassten z.B. ein 13-bändiges Werk über Algebra, in dem sie sich intensiv mit der dophant'schen Zahlentheorie auseinander setzte. Außerdem schrieb sie eine achtbändige mathematische Abhandlung zu kegelförmigen Figuren, die dazu dienten den Verlauf der Planetenbahnen zu beschreiben, welche Grundlage für den Durchbruch des heliozentrischen Weltbildes war. Sie gilt als Erfinderin des Astrolabium, mit dem die Position von Sternen, Planeten und der Sonne bestimmt werden kann, sowie des Hydrometers, mit dem die Dichte von Flüssigkeiten gemessen werden kann.

Aus den Schriften ist auch die Bewunderung und Verehrung der Bewohner_innen von Alexandria gegenüber Hypatia ersichtlich. Hypatia war Vertreterin der neuplatonischen Philosophie und somit tendenziell Gegnerin des Christentums. Sie war Anhängerin einer aufklärerisch wirkenden griechischen Bildung, sowie der heidnischen Religion und wurde später von Vertretern des Christentums verfolgt, das sich in Alexandria zu jener Zeit immer stärker ausbreitete. Das Christentum sah die antike hellenistische Wissenschaft und Philosophie als Werk des Teufels an. Darüber hinaus provozierte Hypatia als Frau und durch ihre unabhängige Lebensweise. So wurde Hypatia im März 415 grausam von Christen mit Scherben ermordet, zerstückelt und anschließend verbrannt.

Quellen:

  • frauen-informatik-geschichte.de: Frauen, Hypatia von Alexandria, http://www.frauen-informatik-geschichte.de/index.php?id=24, am 16. März 2015
  • Meyer, Wolfgang Alexander (1886): Hypatia von Alexandria. Ein Beitrag zur Geschichte des Neuplatonismus, Heidelberg. 
  • Wolf, Stephan (1879): Hypatia, die Philosophin von Alexandrien. Ihr Leben, Wirken und Lebensende, Czernowitz.
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