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Hatschepsut (von Leonie Luisa Franziska Kapfer)

Anmerkung der Autorin

Die Quellenlage zur historischen Person Hatschepsut ist relativ dünn. Das meiste uns zur Verfügung stehende Material stammt aus archäologischen Forschungen, die größten Teils von europäischen ForscherInnen ausgeführt wurden. Die Geschichte der Hatschepsut ist daher nicht von der Ideologie und Vorannahmen westlicher WissenschaftlerInnen zu trennen. Desweiteren ist Hatschepsuts rekonstruierte Biografie stark andie  patrilineare Geschichtsschreibung geknüpft, die sich im Wesentlichen der Dynastienfolge widmet. Die Geschichte der Hatschepsut kann daher dazu verleiten sie als "Ausnahme-Frau"  in einer patriarchalen Gesellschaft zu romantisieren, ohne tatsächliche Realitäten des Alltags und Lebens der Pharaonin je rekonstruieren zu können. 

In der von mir verfassten Biografie bediene ich mich der von westlicher Forschung erlangten Daten und Geschichtstraditionen, da sie doch dazu dienen können sich der Person zu nähern. Zweifle jedoch ihre universelle Gültigkeit und Richtigkeit an. 

Biografie:

Die Pharaonin Hatschepsut regierte das ägyptische Reich von ca. 1479 - 1458 v. Chr. Nach dem Tod ihres Vaters Thutmosis I übernahm vorerst ihr Mann und Halbbruder Thutmosis II die Herrschaft. Nach dem Tod ihres Mannes vertrat sie ihren noch unmündigen Stiefsohn Thutmosis III in den Regierungsangelegenheiten. Hatschepsut und Thutmosis blieben zwar nicht kinderlos, aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Diese waren nach ägyptischem Recht jedoch nicht berechtigt den Thron zu besteigen. In Betracht dieser Tatsache ist die Regierungsübernahme der Hatschepsut umso erstaunlicher. Zwar gab es vor Hatschepsut schon Frauen, die unmündige Söhne als Pharao vertraten, Hatschepsut schaffte es jedoch durch ein umfangreiches Netz an UnterstützerInnen am Hof erstmals sich als Frau als Pharao zu etablieren. Ihr Regierungsname war Pharao Maatkare. Sie gab sich von nun an auch in Männergewand zu erkennen, gegen Ende ihrer Regierungszeit wurde sie auch mit Bart abgebildet. Zur Legitimierung ihrer Herrschaft mystifizierte Hatschepsut außerdem die Geschichte ihrer Zeugung. Der Mythos besagt, dass Hatschepsuts Vater der oberste Gott der ägyptischen Religion ist: Amun-Re. Dieser verliebte sich in die Mutter und gab sich ihr in Gestalt ihres Gatten zu erkennen. Hatschepsut ist demzufolge Gottestochter.

Einige Quellen geben an, dass Hatschepsut auch versuchte ihre leibliche Töchter Neferure als ihre Nachfolgerin zu etablieren. Diese verstarb jedoch im Kindesalter.

Hatschepsuts Regierungszeit ist bis heute noch nicht ausreichend erforscht. Auch ihr mumifizierter Leichnam war jahrelang nicht auffindbar und befand sich nicht mehr in ihrer Grabkammer, sondern in der ihrer Amme. Schuld am dem Verschwinden der Leiche sowie an der Tilgung zahlreicher Schriften sowie Statuen war ein Bildersturm der nach Hatschepsuts Tod einsetze. Zahlreiche Steinmetze versuchten so das Zeugnis über die Herrscherin zu vernichten. Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass es ein Racheakt des Thutmosis III war, der nach ihrem Tod Pharao wurde.

Quellen:

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